win – wortlos integriert – Wer wir sind:

Ich komme aus der Ostschweiz. Mit dem Kommunikationsbüro win – wortlos integriert möchte ich Menschen mit Behinderung einbeziehen, Barrieren abbauen und Teilhabe ermöglichen. Mein Mann und ich haben eine Tochter (10), die mit einem Chromosomenfehler zur Welt kam. Andrina fehlt ein Teil des Chromosoms 10. Dadurch ist sie geistig und körperlich behindert – unter anderem kann sie nicht sprechen und ist schwerhörig. Der Anybook Reader ist bei uns daher vor allem im Gebrauch, um Texte zu vertonen und für das Gehörtraining.

Unterstützte Kommunikation ermöglicht Teilhabe

Wir nutzen den Anybook Reader schon seit mehreren Jahren. Darauf gestoßen sind wir durch eine Facebook-Gruppe zum Thema Unterstützte Kommunikation. Dort und auf Instagram finde ich heute noch Inspiration, wie man den Anybook Reader am besten einsetzen kann. Mit Unterstützter Kommunikation haben wir übrigens bereits angefangen als unsere Tochter circa 2,5 Jahre alt war. Im ersten Jahr zeigte sie kein Interesse an den Gebärden, sie schaute nicht mal hin. Es dauerte etwa ein halbes Jahr, bis Andrina das erste Mal auf ein Piktogramm zeigte, und es dauerte fast 3 Jahre, bis sie die erste Gebärde machte. Der Anybook Reader unterstützt unsere Tochter vor allem, wenn sie mit dem Audiostift Texte anhören und das Hören trainieren kann. Beispielsweise haben wir eine Zahlentafel mit den Zahlen von 1–100: Jede Zahl ist vertont und da drückt unsere Tochter gerne drauf und hört sich die Zahlen an. Oder ich frage: Wo ist die 48? Und dann sucht sie, zeigt und hört ab mit dem Stift.

Sprechendes Tagebuch, Musikplayer oder doch Hörtrainer?

Früher nutzten wir den Anybook Reader als eine Art Tagebuch. So konnte sich Andrina auch mit uns über ihren Tag in der Schule austauschen. Wir haben einen Punkt auf eine laminierte Karte geklebt und den Anybook Stift jeweils im Rucksack mitgegeben. Das klappte sehr gut und ist eine tolle Möglichkeit, etwas darüber zu erfahren, was tagsüber gelaufen ist.

Andrina liebt Musik. Ich habe also im Anybook Reader auch eine Möglichkeit gesehen, Lieder zu vertonen – zum Teil sogar eigene Liederbücher mit Symboltext. Dasselbe gilt für Bilderbücher, auch diese lassen sich mit dem Anybook Reader vertonen, damit Andrina sie selbstständig anhören kann. Die Idee dahinter war, dass sie die Lieder und Bilderbücher mit dem Anybook Reader anhören beziehungsweise anschauen kann, ohne dass ich immer dabei sein muss. Leider ist die Motivation dafür noch nicht so vorhanden – meistens muss ich trotzdem dabei sein.

Hörübungen sind mit dem Anybook Reader um einiges einfacher geworden. Es lassen sich damit zum Beispiel ganz einfach Klettmappen gestalten. Ich habe verschiedene Klettmappen gebastelt, mit denen wir mit dem Anybook-Stift Hör- und Zuordnungsübungen machen, und zwar von einzelnen Silben, Wörtern und auch diversen Geräuschen wie beispielsweise Fahrzeugen oder Tiergeräuschen.

Einfach ausprobieren!

Natürlich gibt es auch ein paar Herausforderungen: Andrina muss beispielsweise schon recht genau zielen, damit die Audiodateien abgespielt werden. Insgesamt kann ich sagen: Man muss es einfach ausprobieren und auch ein wenig Geduld mitbringen. In früheren Jahren machte Andrina Material mit Stimmen von Menschen teilweise sogar noch Angst – aber sie war von Anfang an auch sehr interessiert am Umgang mit dem Anybook Reader.

Unterstützte Kommunikation ermöglicht Teilhabe und der Anybook Reader ist ein Teil davon!

Wortlos integriert findet Ihr übrigens unter „win – wortlos integriert“ auf Facebook, Instagram und YouTube.