Unsere Erfahrungen mit dem Anybook Reader

Die liebe Maria vom Anybook-Team hat mich gefragt, ob ich unsere Erfahrungen mit dem Anybook Reader mit Euch teilen möchte. Und was soll ich sagen? Klar, möchte ich das. So eine Ehre!

Als Mama eines schwerstmehrfachbehinderten Sohnes bin ich immer froh über neue Hilfsmittel, Ideen und Anregungen. Unser Sohn Til ist nonverbal, spricht also nicht. Aber wenn man ihn kennenlernt, merkt man schnell, dass er sehr wohl viel versteht und trotz fehlender „Worte“ viel zu sagen hat. Und genau da setze ich an. Wir nutzen den Anybook Reader zur Unterstützten Kommunikation im Alltag – meistens ganz spielerisch.

Inklusion und Teilhabe – der Anybook als Sprachrohr

Mit dem Stift und den passenden Klebepunkten lassen sich zum Beispiel kinderleicht Bücher vertonen. Wenn wir Tils Hand führen, ist er also in der Lage alleine ein kurzes Buch vorzulesen. Wahnsinn, oder? Außerdem kann seine kleine Schwester ihm so auch Geschichten vorlesen, in dem sie den entsprechenden besprochenen Klebepunkt antippt.

Der Anybook Reader dient außerdem als Sprachrohr. Ich kann ihn aus Tils Sicht, beispielsweise mit den Erlebnissen vom letzten Tag, besprechen und in der Schule kann er dann „erzählen“, was er gestern gemacht hat, was gut und was vielleicht nicht so schön war. Im Stuhlkreis ist er so tatsächlich mittendrin statt nur dabei. 😉 Anders herum natürlich genauso… zu Hause kann er berichten, was in der Schule alles los war. Der Stift verleiht ihm also eine Sprache und wenn Til hört, was der Stift für ihn sagt, funkeln seine Augen und er freut sich richtig. Das finde ich so toll und motiviert zum Weitermachen!

Ein weiterer wichtiger Punkt ist, dass der Anybook Reader zur Bildungsdokumentation und Erinnerungssammlung genutzt werden kann. In einer Art Tagebuch (Tipp: Hierzu eignet sich super der Pictogenda-Kalender) kann man jeden Tag die Highlights einlesen und bei Bedarf mit dem passenden METACOM Symbol versehen. Es entsteht eine schöne Sammlung, die man sich mit dem Stift dann immer wieder anhören  und so gemeinsam in Erinnerungen schwelgen kann. Man kommt also zusammen ins Gespräch, obwohl Til nonverbal ist.

Lernerfolge im Homeschooling

Natürlich kann man auch kleine Aufgaben gestalten. So haben wir zum Beispiel verschiedene Tierlaute aufgenommen und Til sucht durch Blickkontakt aus zwei Bildern das jeweils passende Tier zum Geräusch aus. Es verblüfft mich immer wieder aufs Neue, wie gut er das macht.

Während des Lockdowns und der Zeit des Homeschoolings haben wir auch vertonte Bücher und Aufgaben von seinen Lehrerinnen bekommen, die Til mit Hilfe des Anybook Readers lösen musste. Auch hier hat er sich wahnsinnig gefreut, die Stimmen seiner Lehrerinnen zu hören. Er war ganz aufmerksam dabei.

Es gibt noch so viele Ideen, die ich gerne umsetzen möchte, um Til weiterhin aktiv und „laut“ an unserem Leben teilhaben zu lassen – denn Sprache ist für alle da!

Vielleicht habt Ihr Lust uns auf Instagram unter @mittendrin.statt.nur.dabei zu folgen und gemeinsam die laute, lustige, lebensfrohe und glückliche Welt unseres Sohnes kennenzulernen! Wir würden uns wahnsinnig freuen!

Allgemeine Hinweise: 

Dieser Erfahrungsbericht stammt von Rebecca. Sie ist Mama von zwei Kindern, ihrem leiblichen Sohn Til (10) und ihrer Pflegetochter (4), und wohnt mit ihrer Familie in einem kleinen Dorf in der Nähe von Siegen in NRW. Auf Instagram berichtet sie unter @mittendrin.statt.nur.dabei über ihr Familienleben und den “ganz normalen Wahnsinn zwischen Rollstuhl- und Dauerpflegekind” – schaut gerne mal bei ihr vorbei!

Auch Du möchtest Deine Geschichte mit der Anybook-Community teilen? Wir freuen uns über Deine E-Mail an mitmachen@anybookreader.de!